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Schäden an der Zahnhartsubstanz durch Säure - sogenannte »Erosionen« - treten häufig auf bei Menschen, die unter Ess-Brecht-Sucht (»Bulimie«) leiden, da beim Erbrechen der Nahrung Säure aus dem Magen in die Mundhöhle gelangt und den Zahnschmelz angreift. Häufig haben Betroffene, die über Jahre hinweg unter der Koppelsymptomatik süchtigen Essens und anschließenden Erbrechens gelitten haben, deutliche Schäden am Gebiss; nicht selten ist bei ihnen schon im jugendlichen Alter eine mehr oder weniger große Zahl von Zähnen überkront.

Über eine Studie möchte die Universität Gießen nun herausfinden, ob es gerade bei Essgestörten vielleicht Alternativen zum Überkronen der Zähne gibt.

Da ich glaube, dass diese Studie sehr interessant ist und hilfreich sein könnte für Menschen, die unter massiven Essstörungen mit Erbrechen leiden (auch Anorexie), möchte ich an dieser Stelle auf das Projekt hinweisen und Einzelheiten dazu veröffentlichen, die ich direkt aus Gießen erhielt.

Logo Uni GießenEssstörungen und Zahnschäden

Eine Studie der Universität Gießen zum Thema:

»Symptomatische Therapie von säurebedingten Zahnhartsubstanzverlusten mit Fluorid«

Zentrum für ZMK, Poliklinik für Zahnerhaltungskunde und Präventive Zahnheilkunde
(Leiter: Prof. Dr. med. dent. J. Klimek)

Zahnhals-ErosionMenschen mit Essstörungen leiden besonders häufig unter sogenannten Erosionen, also Schädigungen der Zähne durch die Säure, die beim Erbrechen in den Mund gelangt. Zur Behandlung der Erosionen wird oft die Versorgung mit Kronen empfohlen. Oft sind aber auch sehr viel einfacherer Maßnahmen hilfreich.

Wir haben in unserer Forschungsarbeit in vielen Experimenten feststellen können, dass Fluoride, die im Rahmen der Kariesprophylaxe schon breite Anwendung finden, auch bei der Behandlung von Erosionen helfen. Diese Behandlungsform kann zu Hause durchgeführt werden - es ist also nicht nötig, die Zähne abzuschleifen und zu überkronen.

Wir wollen nun in dieser Studie herausfinden, ob diese Behandlung auch bei Menschen mit Essstörungen wirksam ist.

Welche Präparate sollen verwendet werden?

Es sollen zwei Fluoridpräparate angewendet werden, die bereits in im Rahmen der Kariesprophylaxe breite Anwendung gefunden haben. Es handelt sich um ein Gel und um eine Mundspüllösung. Diese Präparate sollen mit einem Gel und mit einer Mundspüllösung ohne Fluorid, jedoch ansonsten gleicher Zusammensetzung (Placebo), verglichen werden.

Wie sieht die Studie aus?

Die Therapie soll sechs Monate dauern. Die Studie wird als so genannte Doppelblindstudie durchgeführt, d.h. weder der Untersucher, noch Sie als Teilnehmer dürfen wissen, welche Therapie vorliegt. Die Zuordnung der Therapie erfolgt durch den Studienleiter. Auch wenn Sie der Placebogruppe zugeordnet werden, ist immer die Basisversorgung der Zähne mit Fluorid durch eine Anwendung einer fluoridhaltigen Zahnpaste gewährleistet.

Was erwartet die Studienteilnehmer/innen?

Sie bekommen von uns die Mundspüllösung, das Gel und eine Fluoridzahnpaste, sowie eine Zahnbürste. Während der Beobachtungszeit von 6 Monaten erhalten Sie weitere Termine (nach 4, nach 12 Wochen und nach 6 Monaten), zu denen Sie »Nachschub«, also eine neue Zahnbürste, Mundspüllösung und Gel, bekommen. Mit dem ersten Informationsgespräch und dem Abschlusstermin müssten Sie also mit fünf Terminen rechnen.

Was kann Ihnen die Studie nützen?

Mit den Studienergebnissen können wir die Frage beantworten, wie wirksam eine Fluoridierung bei Erosionen ist. Wir können Ihnen dann ganz konkret für Ihr Problem Therapieempfehlungen geben. Weiterhin bieten wir Ihnen eine Verlaufskontrolle der Erosionen an.

Die Studie ist von der Ethikkommission genehmigt und angemeldet. Alle Daten werden selbstverständlich vertraulich behandelt, anonymisiert ausgewertet und unterliegen den Datenschutzbestimmungen.

Die Fahrtkosten werden bis zu einem Höchstsatz von uns übernommen.

Weitere Informationen:

PD Dr. Carolina Ganß
Dr. Nadine Schlüter
Telefon 0641/99-46173

E-Mail: erosion@dentist.med.uni-giessen.de
Homepage: www.uniklinikum-giessen.de/erhaltung/erosionen.html

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